PER Kämpferherz in Spiel fünf!

ratiopharm ulm erzwingt mit „unendlich viel Herz“ (Leibenath) in Oldenburg ein fünftes Halbfinale und ist nach dem 61:74 (31:42) nur noch einen Schritt vom Finaleinzug entfernt.

Shortcut Sechsmal hatten die EWE Baskets bereits einen „Matchball“ in eigener Halle und sechsmal hatten die Niedersachsen das Spiel auch gewonnen und waren in die nächste Playoff-Runde eingezogen. Doch im siebten Anlauf nicht – die Frage, wer am Sonntag, den 4. Juni die Finalserie gegen Meister Bamberg eröffnet, ist auf Donnerstag (19 Uhr) vertagt worden. Denn ratiopharm ulm gelang es zum dritten Mal in seiner Playoff-Historie (2014, 2015), einen Matchball abzuwehren. Tickets für das entscheidende Spiel fünf im Halbfinale gibt es zunächst exklusiv für BBU ’01 Mitglieder (siehe Good to know). „Wir haben es geschafft, eine gute Balance zwischen Pick & Roll, freiem Spiel und unserer Stärke unter dem Korb zu finden“, so Per Günther, der als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde und in seinem 18. Entscheidungsspiel für ratiopharm ulm mit 11 Punkten (3/4 Dreier) und 5 Rebounds voranging. „Diese Mannschaft hat unendlich viel Herz und das hat sie heute bewiesen“, lobt Head Coach Thorsten Leibenath, der sich noch gegen den Einsatz von Tim Ohlbrecht und Da‘Sean Butler entschieden hatte.

Keystats Erstmals in der Serie gelang es ratiopharm ulm, Brian Quale (10 Pkt) & Co. aus der Zone herauszuhalten bzw. sie zu schlechten Abschlüssen (42,1% 2er) zu zwingen. Wenngleich die Ulmer Dreierquote erneut unter 40 Prozent lag (37,5), konnten sich die Gäste auf ihr Inside-Game verlassen (63 %), wo nur Rubit (3/8) Probleme hatte, dafür aber „Wobo“ (3/3) und Prather (3/4) in die Presche sprangen. Die 4 Ulmer Steals (Günther 2) und 3 geblockten Würfe (Prather 2) unterstreichen die konsequente Ulmer Verteidigung.

Spotlight Mit einer 2er-Quote von 66,7 Prozent (8/12) lieferte Raymar Morgan (18 Pkt/6 Reb) seine beste Inside-Präsenz in der Oldenburg-Serie ab. Selbiges gilt auch für Casey Prather (3/4), der seinen 12 Punkten auch noch 3 Rebounds und keinen Ballverlust zur Seite stellte. Mann des Spiels war allerdings Per Günther, der sowohl klug Regie führte (4 Assists), als auch als Scorer (11 Pkt) seine Kaltschnäuzigkeit in Entscheidungsspielen unter Beweis stellte. 18 Mal hat Günther diese Situation mit ratiopharm ulm in den Playoffs bereits erlebt und dabei im Schnitt 10,3 Punkte erzielt.

Play-by-Play

1. Viertel (9:20): Fast sechs Minuten sah sich Mladen Drijencic an, wie sich seine Mannschaft gegen eine sehr gut eingestellte Ulmer Verteidigung mühte und schon fünf Mal den Ball gegen das Doppeln der Gäste verloren hatte. Beim Stand von 5:14 beantragte der Oldenburger Head Coach dann die Auszeit. Doch wirklich viel änderte sich nicht am Kräfteverhältnis: War es zu Beginn der Partie Taylor Braun, der mit 5 Punkten in Serie den ersten Lauf startete, legte Casey Prather fünf Minuten später ebenfalls einen 5 Punkte-Run auf – dieses Mal zum 6:20-Blitzstart der Gäste.

2. Viertel (22:22): Doch die Baskets meldeten sich zurück: Angeführt von Frantz Massenat, der immer wieder gefährlich in die Zone zog, war es Backup-Center Dennis Kramer, der am meisten davon profitierte und mit seinem 8. Zähler auf 5 Punkte verkürzte (17:22). War die Ulmer Offensive in dieser Phase durch eine schwache Dreierquote gehemmt, klärte Raymar Morgan das Problem auf seine Art: Den dritten verpassten Babb-Dreier donnerte er als Put-Back-Dunk zum 17:24 durch die Reuse. Zwei Minuten später meldete sich der bisherige Serien-MVP zu Wort: Mit seinem ersten Dreier des Spiels stellte Paulding auf 23:27, ehe Babb im vierten Versuch ebenfalls aus der Distanz traf. Und damit hatten die Ulmer die erste kritische Phase des Spiels überstanden. Während in der Folge die Defensive der Gäste wieder besser griff – und Oldenburg bis zur Halbzeit nur 9 Punkte gestattete – lief der Ulmer Ball nun durch viele Hände. Mal war es Tadda, mal Babb oder der Liga-MVP (10 Punkte), der einen der 10 Ulmer Assists in Halbzeit eins verwandelte. So konnten die Ulmer ihren 11 Punkte-Vorsprung aus Viertel eins zur Halbzeit (31:42) verteidigen.

3. Viertel (16:13): Nach fünf unbeantworteten Oldenburger Punkten war es Augustine Rubit, der sein Team mit 4 Zählern und einem Offensivrebound im Spiel hielt. Dann lieferte Jonas Wohlfarth-Bottermann erste Energie in Form eines Hustle-Plays, dann 4 Punkte zum 40:54. Zunächst war es ein Dreier von Philipp Schwethelm, der die Führung wieder auf das Halbzeitformat reduzierte (43:54), ehe 2 Ulmer Ballverluste Oldenburg noch näher herankommen ließen (47:55).

4. Viertel (15:19): Der Mann, der Ulm an diesem Abend am meisten Probleme bereitete, war es dann, der das Spiel mit seinem zweiten Dreier (2/6) noch einmal richtig eng (52:59) machte. Doch Per Günther lieferte die Antwort auf Massenats Dreier: Per Assist auf Morgan, dann per Layup und schließlich mit einem Dreier zum 54:64. Als Prather seinen zweiten Dreier (2/3) im Korb unterbrachte, war die Führung wieder auf das Halbzeit-Niveau angewachsen (56:67, 35.). Doch wenngleich Günther mit seinem zweiten Dreier auf 56:70 stellte, konnte Paulding mit seinem dritten Feldkorb nochmals verkürzen (59:70). Und mit 2:13 Minuten war noch genug Zeit, um die EWE Baskets zurück ins Spiel kommen zu lassen. Doch Per Günther hatte etwas dagegen: Als der 29-Jährige Paulding zum 11. Oldenburger Ballverlust zwang, war klar, dass der Oldenburger der mit 12 Punkten 12 Punkte unter seinem bisherigen Halbfinalschnitt geblieben war, an diesem Abend nicht zum Helden werden würde.  

Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Ich bin über die Art und Weise, wie meine Mannschaft hier heute aufgetreten ist, ganz beeindruckt. Wie sie es geschafft hat, nach den Rückschlägen in den letzten Tagen trotzdem an sich zu glauben. Wir haben defensiv sehr viel richtig gemacht, wenn man sieht, dass der Gegner nur 37 Prozent seiner Würfe trifft. Es war deutlich strukturierter als am Samstag, alle haben sich eingebracht, alle wollten diesen Sieg unbedingt. Jetzt freuen wir uns auf Spiel fünf! Und ich wünsche mir, dass dort unsere Fans ein Spektakel veranstalten, das man so noch nicht in der ratiopharm arena erlebt hat. “

Mladen Drijencic (Head Coach EWE Baskets Oldenburg): „Wir haben das Spiel nicht so begonnen, wie wir es uns vorgenommen hatten. Uns war klar, dass die Ulmer gleich zu Beginn physisch spielen würden, um sich ihr Selbstvertrauen zurück zu holen. Wir haben es nicht geschafft, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken. In den Spielen zuvor sind wir in die Software von Ulm gekommen - heute ist uns das umgekehrt passiert. In der ersten Halbzeit waren die Ballverluste ein Problem, in der zweiten Hälfte war dann der Abschluss in Korbnähe ausschlaggebend für die Niederlage.“

Good to know Tickets für das entscheidende Spiel fünf am Donnerstag (Tipoff: 19 Uhr) gibt es ab sofort und exklusiv für BBU ’01 Mitglieder. Ab Mittwoch, 16 Uhr erfolgt – sofern noch Tickets aus dem Oldenburger Gästekontingent vorhanden sind – der öffentliche Verkauf.

Fotos Ulf Duda

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