Ein Rückkehrer, viele Fragezeichen und ein Jubiläum

ratiopharm ulm empfängt am Samstag (18 Uhr live bei Telekom Sport) die GIESSEN 46ers und damit den Ex-Ulmer John Bryant. Welcher Uuulmer das 350. Heimspiel der BBU-Ära bestreiten kann, ist indes unklar.

Shortcut „Seit der Spielplan raus ist, habe ich mir den Termin in Ulm angestrichen. Ich freue mich riesig auf das Spiel“, sagt John Bryant und macht damit deutlich, dass es für den 30-Jährigen auch vier Jahre nach seinem Abschied aus Ulm immer noch etwas ganz Besonderes ist, in die ratiopharm arena zurückzukehren. Auf wen Bryant, der am 19. Spieltag einen neuen Effektivitätsrekord der Bundesligahistorie aufstellte dabei treffen wird, ist noch unklar. Denn die Verletzten-Liste bei ratiopharm ulm umfasste ja zuletzt mit Per Günther, Trey Lewis, Luka Babic, Luke Harangody und Jerrelle Benimon eine komplette Starting Five. Wen Thorsten Leibenath im 350. Heimspiel der BBU ’01 Ära am Samstag einsetzen kann, konnte der Head Coach Ende der Woche noch nicht sagen. „So angespannt wie aktuell war die Personalsituation noch nie. Mit allen Doppellizenzspielern umfasst unser Kader 19 Spieler – heute hatten wir beim Training nicht einmal zehn.“

Eines ist indes klar. Bei aller Aufmerksamkeit, die Bryant auf sich zieht, sind die 46ers – die am Dienstag mit 81:90 in Erfurt gewannen – tief besetzt. Immerhin sechs Gießener punkten zweistellig, fünf Akteure stellen drei Assists oder mehr zu und vier Spieler holen mindestens vier Rebounds im Schnitt. „Gießen nimmt die meisten Würfe der Liga – sie spielen also enorm schnell. Dazu treffen sie den Dreier sehr gut. Es kommt eine Menge Arbeit auf uns zu“, weiß Leibenath.  

Record Home sweet home! Gegen Gießen ist der Heimvorteil besonders wichtig. Denn zehn der 16 Siege, die ratiopharm ulm gegen die 46ers einfuhr (Gesamtbilanz: 16-13) fanden auf heimischem Parkett statt. So muss man in der Historie auch weit zurückgehen, um die letzte Heimniederlage gegen die Hessen zu finden: Am 10. Dezember 2006 verloren Jeff Gibbs & Co. gegen ein Gießener Team (76:82), zu dem noch Spieler wie Robert Maras oder Gerrit Terdenge gehörten. 

Keystats Mit 38,3 Rebounds – wovon sich Bryant allein 10,5 holt – ist Gießen das zweitbeste Rebounding-Team der Liga; mit 39,6 Versuchen aus dem Zweierbereich nehmen die Hessen die drittmeisten Würfe aller BBL-Teams aus der Nahdistanz. Beide Zahlen verdeutlichen den großen Einfluss von Bryant auf sein Team. Die Ulmer Vorteile liegen dagegen im Dreipunkteland, wo ratiopharm ulm deutlich besser trifft – und in der Verteidigung. Während die Gastgeber lediglich 77,7 Punkte kassieren, lassen die 46ers 83,7 Punkte pro Partie zu.

Spotlight Der Mann ist 2,11 Meter groß, hat sich seine Ulmer Vergangenheit auf den Rücken tätowiert und am 19. Spieltag mit 50 Effektivitätspunkten einen neuen Rekord der easyCredit BBL aufgestellt. Doch schon vor seinem 38- Punkte- und- 14-Rebobound-Spiel gegen Oldenburg war John Bryant der zentrale Fixpunkt im Gießener Spiel. Mit neun Double Doubles und fünf Partien über 20 Punkten steuert Bryant auf seinen dritten MVP-Titel (2012,2013 mit Ulm) zu.

Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „So angespannt wie aktuell war die Personalsituation noch nie. Mit allen Doppellizenzspielern umfasst unser Kader 19 Spieler – heute hatten wir beim Training nicht einmal zehn. Ich bin aber optimistisch, dass sich das Lazarett bis Samstag noch etwas lichten wird. Wie gegen alle dominanten Spieler werden wir auch gegen John Bryant versuchen, ihn so viel wie möglich zu beschäftigen. Im Hinspiel ist uns das mit Isaac Fotu teilweise sehr gut gelungen. Aber Gießen ist nicht nur am Korb gefährlich: Sie nehmen die meisten Würfe der Liga – spielen also enorm schnell. Dazu trifft Gießen den Dreier sehr gut. Es kommt eine Menge Arbeit auf uns zu.“

John Bryant (Center, GIESSEN 46ers): „Es ist immer etwas Besonderes für mich in Ulm zu spielen. Hier habe ich meine Karriere begonnen und hier war ich drei Jahre lang zuhause. Seit der Spielplan raus ist, habe ich mir den Termin in Ulm angestrichen. Ich freue mich riesig auf das Spiel.“

Good to know Izi going! Ismet Akpinar legte bei den Siegen gegen Jena (20) und gegen Göttingen (19) einen Punkteschnitt von 19,5 Zählern auf und versenkte dabei 10 seiner 15 Dreierversuche. Schon im Hinspiel in Gießen (70:84) war der 22-Jährige mit 19 Punkten und zwei Dreiern bester Werfer seines Teams. Auffällig dabei: Fällt Akpinars Dreier, punktet der Nationalspieler zweistellig. Sechsmal traf Akpinar in dieser Saison zwei oder mehr Dreier pro Spiel und kam bei diesen Spielen auf einen Schnitt von 17 Zählern.

Fotos Martin Vogel, Harry Langer, Marcel Merli

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