Spitzenspiel im Playoff-Rennen

ratiopharm ulm empfängt am Sonntag (17.30 Uhr) in der ausverkauften ratiopharm arena den amtierenden Deutschen Meister Brose Bamberg und damit einen der härtesten Konkurrenten im Kampf um die Playoffs.

Shortcut Es waren turbulente Wochen – sowohl für ratiopharm ulm, als auch für Brose Bamberg. Während die Ulmer neben einem Personalwechsel auf der Guard-Position eine herbe Niederlage in Ludwigsburg (89:54) erlebten, trennten sich die Franken nach einer 85:68-Klatsche in Jena von Meistertrainer Andrea Trinchieri. Der Mann, der den Serienchamp nach einer bis dato verkorksten Saison wieder auf Linie bringen soll, heißt Luca Banchi und wird nach Stationen in Siena, Mailand und Turin erstmals als Head Coach außerhalb seiner Heimat arbeiten. „Die Vorbereitung auf Bamberg ist dadurch schwierig, da wir nicht wissen, wie sich das taktische Gerüst unter Luca Banchi ändert“, sagt Thorsten Leibenath, der deshalb mit seinem Coaching-Team den Bamberger EuroLeague-Auftritt in Piräus (Freitag, 20 Uhr bei Telekom Sport) sehr genau beobachten wird. Die aktuelle Trainingswoche stimmt den Ulmer Head Coach indes optimistisch, Bamberg wie im Hinspiel (80:77) erneut herausfordern zu können. „Die Trainingsqualität war zuletzt sehr gut, auch da wir das erste Mal in dieser Saison eine Trainingswoche mit zehn gesunden Profis hatten“, so Leibenath, der Neuzugang Katin Reinhardt eine gut Integration in die Mannschaft attestiert.

Record Trotz zweier Niederlagen gegen ratiopharm ulm in der vergangenen Saison bleibt die Bamberger Bilanz gegen Ulm ungebrochen gut: Von 34 Aufeinandertreffen auf nationaler Ebene gewannen die Franken bis dato 28. In der laufenden Runde tut sich das Team um Nikos Zisis aber vor allem auswärts schwer: Von den vier Auswärtserfolgen (acht Niederlagen) gelang Bamberg erst einer im Kalenderjahr 2018. Allerdings: Auch die Uuulmer Heimbilanz ist aktuell stark ausbaufähig – wettbewerbsübergreifend wurden aus den letzen sieben Partien in der ratiopharm arena nur zwei gewonnen.

Keystats Im statistischen Vergleich sind wenige Ausreißer zu erkennen: Beide Teams haben aktuell Probleme im Rebounding (Bamberg Rang 17/ Ulm 10), sowohl Schwaben (4.) als auch Franken (2.) werfen den Ball sehr gut aus dem Dreier-Bereich, was zur Konsequenz hat, dass der offensive Output der Playoff-Aspiranten quasi identisch ist. Spitzenwerte weisen beide Teams in der Ballkontrolle auf (beide 11 Turnovers, Rang 2), während weder Bamberg (6,3 Steals, 10.), noch Ulm (4,9, 18.) ausgewiesene Balldiebe sind.       

Spotlight Bei allen Bamberger Schwierigkeiten in dieser Saison bleibt unbestritten, dass individuell kaum ein Team besser besetzt ist als der dreifache Serienmeister. Speziell auf den Außenpositionen verfügt Bamberg mit Daniel Hackett (9,1 Punkte), Maodo Lo (9,2), Nikos Zisis (6,8) und Topscorer Ricky Hickman (11,4) über ein Quartett an Euroleague-gestählten Veteranen. Auffallend ist auch die Physis der Bamberger: Rund um 2,13-Meter-Hüne Dejan Musli wirbeln große Guards und vielseitige Flügel wie der Ex-NBA-ler Dorell Wright, der mit seinen 2,06 Metern Körpergröße in Ulm als Center durchginge.

 Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „In gesundem Zustand ist Bamberg eine absolute Topmannschaft, und das ist auch der Maßstab, an dem wir uns orientieren. Nach dem Trainerwechsel ist es allerdings schwer, sich auf Bamberg vorzubereiten, da wir nicht wissen, wie sich das taktische Gerüst unter Luca Banchi ändert. Die Trainingsqualität war zuletzt sehr gut, auch da wir das erste Mal in dieser Saison eine Trainingswoche mit zehn gesunden Profis hatten. Im Hinspiel haben wir gezeigt, dass wir Bamberg schlagen können,  das ist auch am Sonntag unser Ziel.“

David Krämer (Shooting Guard ratiopharm ulm): „Wenn du es schaffst, Bamberg mit Energie und defensiver Härte zu begegnen, hast du eine Chance – das konnte man zuletzt auch in Gießen sehen. Wenn wir diese Energie aufbringen können, haben wir eine Chance.“

Good to know Am Sonntag können gleich zwei Ulmer eine Premiere feiern. Während Ryan Thompson zu seinem 100. BBL-Spiel lediglich auflaufen muss, fehlt Per Günther nur noch ein Assist, um auf 1.300 direkte Korbvorlagen in seiner zehnjährigen Bundesliga-Karriere zu kommen. Stellt Günther mindestens vier Assists zu, zieht er (zumindest vorübergehend) an Bayern Münchens Anton Gavel vorbei (1.302) und belegt Rang vier in der ewigen Assist-Liste, die von Tübingens Jared Jordan (1.670) angeführt wird.

Fotos Harry Langer, Daniel Löb, Florian Achberger

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