MBC lässt Ulmer Playoff-Chancen sinken

ratiopharm ulm unterliegt dem Mitteldeutschen BC mit 80:69 (39:29) und hat angesichts des schweren Restprogramms nur noch eine Minimalchance auf die Qualifikation für die Postseason.

Shortcut Im Kampf um die siebte Playoff-Teilnahme in Folge muss ratiopharm ulm in Weißenfels einen herben Rückschlag hinnehmen: Das Team von Head Coach Thorsten Leibenath unterlag dem MBC mit 80:69 und bleibt damit im dritten Spiel nacheinander ohne Erfolg. Nach einem guten Ulmer Start in die Partie (7:13, 6.) profitierten die physisch agierenden Gastgeber um Topscorer Sergio Kerusch immer mehr von ihrem schnellen Umschaltverhalten und bereiteten ratiopharm ulm mit ihren Offensivrebounds große Probleme. Im Verlauf des zweiten Viertels erspielte sich der MBC so eine zweistellige Führung, die er in der zweiten Halbzeit nicht mehr hergeben sollte. „Als wir dann in der zweiten Halbzeit gekämpft haben, hat der MBC die Big Plays gemacht und wir nicht“, bilanzierte Head Coach Thorsten Leibenath, der den mitgereisten Fans ein Sonderlob aussprach: „Auch als wir minus 15 hinten lagen, haben sie uns bedingungslos angefeuert. Ich wünschte mir, dass wir mit der gleichen Einstellung gespielt hätten.“


Keystats Am deutlichsten wurde der physische Auftritt des Mitteldeutschen BC an den Brettern, wo sich die Wölfe (47 Rebounds) 11 Abpraller mehr als Ulm sicherten und durch ihre 13 Offensivrebounds 22 Punkte aus zweiten Chancen erkämpften. In einem Spiel mit schlechten Trefferquoten war es so auch das Glück des Tüchtigeren, das ein Stück mehr belohnt wurde und dem MBC dank zehn verwandelter Dreier – vier davon im Schlussviertel – die etwas bessere Feldwurfquote (40%) im Vergleich zu Ulm (37%) bescherte.

Spotlight Über die besten Quoten verfügte Sergio Kerusch, der ratiopharm ulm bereits im Hinspiel vor große Probleme gestellt und dieses Mal mit 25 Punkten seinen Saisonbestwert erzielt hatte: Der wiedergenese Kerusch traf 75 Prozent seiner Würfe aus dem Feld (6/8), avancierte so erneut zum Topscorer und schrammte mit 9 Rebounds nur knapp am Double-Double vorbei. Auf Ulmer Seite war nach seiner Gala-Vorstellung gegen München erneut Isaac Fotu bester Werfer (18 Punkte), dabei aber ungewohnt ineffizient (8/17 FGs).

Play-by-Play
1. Viertel (21:17): Der zuletzt heißeste Uuulmer war auch in den Anfangsminuten in Weißenfels wieder „on fire“: Isaac Fotu war für 4 der ersten 6 Gäste-Zähler verantwortlich (2:6, 4.). Für etwas mehr Abstand zu den Wölfen sorgte dann erstmals Per Günther per Dreipunktspiel bzw. 5 Punkten in Serie. Doch die 7:13-Führung war schnell pulverisiert, da der MBC angeführt von Marcus Hatten (5 Pkt) einen 7:0-Lauf initiierte und so zum ersten Mal in Front lag (14:13, 8.). Und da Ulm sich im ersten Viertel insgesamt 4 Ballverluste leistete und aus der Distanz glücklos blieb (0/4), blieb es bis Viertelende auch bei einer knappen 21:17-Führung der Gastgeber.

2. Viertel (18:12): Wieder war es Isaac Fotu, der seinem Team mit 4 Punkten den 21:21-Ausgleich (14.) bescherte. Waren die Gastgeber fast vier Minuten ohne Punkte geblieben, kamen sie dann aber immer besser in Tritt und bereiteten den Ulmern mit ihrem Kampfeswillen und dem schnellen Umschaltverhalten große Probleme. 13 MBC-Zähler wurden einzig durch einen Distanztreffer von Fotu unterbrochen, woraus nach einem Dreipunktspiel des physischen Sergio Kerusch (6 Rebounds) die erste zweistellige Führung (34:24, 18.) für Weißenfels resultierte. Auch der zweite Ulmer Erfolg von Downtown (2/10 in 1. HZ) durch Günther änderte nichts daran, dass ratiopharm ulm mit einem 10 Zähler-Rückstand in die Kabine gehen musste (39:29).

3. Viertel (14:17): Hatte Pete Strobl im Halbzeit-Interview „mehr Herz“ gefordert, gelang es dann insbesondere Ismet Akpinar, das Energie-Level der Ulmer nach oben zu treiben: Der Guard, der in der ersten Hälfte ohne Punkte geblieben war, zog in der Defensive erst ein unsportliches Foul und revanchierte sich dann mit einem Vierpunktspiel gegen Andrew Warren, der dadurch sein viertes Foul hinnehmen musste. Mit 7 Zählern konnte Akpinar den Rückstand auf 44:38 (23.) verkürzen und nach weiteren Dreiern durch Reinhardt (1/5) und erneut Akpinar war ratiopharm ulm auf vier Zähler dran (48:44, 27.). Doch weiterhin bereiteten Ulm die Offensivrebounds von Sergio Kerusch große Probleme, der erst an der Linie und dann von Downtown traf – Reinhardt konterte aber vor der Viertelpause noch (53:46).

4. Viertel (27:23): Für die Ulmer war es nun Ryan Thompson, der den Rückstand mit beherztem Drive zum Korb weiter drückte (55:50, 31.). Doch eingeleitet vom 10. Offensivrebound begann der Weißenfelser Dreierregen, zu dem Hatten, Jones, Kerusch und Drenovac mit je einem Distanztreffer beitrugen, sodass es bereits in der 36. Minute nach Vorentscheidung roch (71:56). Zwar konnten die Ulmer per 3:12-Endspurt nochmals auf 74:67 (39.) verkürzen. Doch spätestens als mit Kerusch 29 Sekunden vor Spielende der Spieler des Nachmittags zum 76:67 traf, war die Ulmer Siegchance dahin.

Quotes
Igor Jovovic (Head Coach Mitteldeutscher BC): „Das war eine hervorragende Vorstellung heute. Wir haben gegen einen so starken Gegner gespielt, der erst vor ein paar Tagen gegen München gezeigt hat, wie stark er ist. Aber wir haben auch unsere ganze Spannung und Konzentration auf heute gelegt und mit voller Kraft gespielt, haben uns unter keinen Umständen aufgegeben. Selbst wenn man gegen eine so starke Mannschaft mit zehn vorn liegt, kann es immer innerhalb von nur zwei Minuten gefährlich werden und der Gegner kommt zurück. Ich bin also wirklich stolz auf meine Mannschaft.“

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Wir haben erneut nicht den richtigen Start gefunden, insgesamt zu wenige Spieler gehabt, die mit der richtigen Intensität agiert haben gegen eine Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt. Als wir dann in der zweiten Halbzeit gekämpft haben, hat der MBC die Big Plays gemacht und wir nicht. Wer auch mit sehr viel Herz und Leidenschaft gekämpft hat, waren unsere Fans. Es ist Sonntagnachmittag, das allerschönste Frühlingswetter, sie setzen sich fünf Stunden in den Bus und fahren wieder fünf Stunden zurück. In der letzten Minute, als wir minus sieben hinten lagen, auch als wir minus 15 hinten lagen, haben sie uns bedingungslos angefeuert. Ich wünschte mir, dass wir mit der gleichen Einstellung gespielt hätten.“

Good to know Uuulmer erstmals AST-Sieger: Jason George und Timo Lanmüller gewannen am Samstagabend mit der deutschen U18-Nationalmannschaft das Albert-Schweitzer-Turnier in Mannheim, bei dem in jedem zweiten Jahr zwölf Teams aus der ganzen Welt um die inoffizielle U18-Weltmeisterschaft kämpfen. Nach dem knappen Halbfinal-Sieg über Russland am Freitag (80:75) setzte sich Deutschland gegen Überraschungsfinalist Australien deutlich mit 88:66 durch. Dabei gelangen George in den beiden K.o.-Partien seine besten Auftritte im DBB-Dress: Hatte der athletische Forward im Halbfinale ein Double-Double aufgelegt (10 Punkte, 12 Rebounds), war er mit 15 Punkten (5 Rebounds) im Finale zweitbester deutscher Scorer. Am kommenden Freitag kämpfen die beiden frischgebackenen Champions mit der U19 von ratiopharm ulm in Crailsheim um den Viertelfinal-Einzug in der Nachwuchs Basketball Bundesliga.

Fotos: M. Kuch, DBB

>

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie dem Einsatz von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung Datenschutzerklärung